Winziges Detail

Heute, pünktlich zum Beginn meines Urlaubes erhielt ich einen eingeschriebenen Brief, der nunmehr auch aus beruflicher Sicht das Ende meiner Einbürgerung attestierte. Als Berufsfahrer von Trams benötigt man einen speziellen Führerschein (der nahe liegender Weise nicht dazu geeignet ist, in andere Länder zu fahren, möglicher Weise irgendwann einmal aber Grundlage für mich sein könnte, in anderen Ländern Trams zu fahren). Auf Dokumenten dieser Art muss vermerkt sein, welchen Aufenthaltsstatus man inne hat und da sich dieser zu Beginn dieses Jahres für mich geändert hatte, wurde die Aktualisierung jenes Führerscheines notwendig. Heute nun traf dieser bei mir ein. Ich las mir das in Teilen doch etwas arg salbungsvoll formulierte Begleitschreiben durch, unterschrieb auf jener Plastikkarte und nahm dann diese genauer in Augenschein. In Folge plünderte ich einmal mehr mein Portemonnaie und verglich diesen Führerschein mit anderen Dokumenten: Meiner ID, dem Führerschein für „normale“ Fahrzeuge und dem Schweizer Reisepass. In einem Punkt unterscheidet sich dieser spezielle neue Führerschein von jenen anderen wichtigen Dokumenten: Auf ihm ist nicht nur vermerkt, welche Nationalität man „besitzt“, sondern auch, wo man geboren wurde – woraus sich theoretisch ableiten liesse, dass ich zumindest meine Nationalität im Laufe der Zeit geändert habe. So ganz erschliesst sich mir der Sinn jener gesonderten Anmerkung auf der Plastikkarte nicht, für die anderen, durchaus ebenso wichtigen Dokumente war ist sie ja auch nicht notwendig. Vielleicht gehe ich mal dem Bundesamt für Verkehr irgendwann einmal mehr auf die Nerven und frage nach, ob und welchen Sinn jene gesonderte Erwähnung von Geburtsort und Nationalität hat. Nicht, dass mir die Erkenntnis viel bringen würde, aber manchmal will ich einfach wissen – und nicht nur vermuten. Wohlgemerkt: Dieser Führerschein ist ein Dokument, welches von einem Bundesamt ausgestellt wird, genau wie der Schweizer Reisepass auch (im Gegensatz zur ID und dem „normalen“ Führerschein, die werden „nur“ von einem Kanton ausgestellt – und nicht dem Bund in Gänze). Aber offensichtlich scheint dem einen Bundesamt bestimmtes wichtiger zu sein, als dem anderen. Gut, das kenne ich bereits gut aus Deutschland. Trotzdem erstaunt mich dieses winzige Detail etwas…
Der Verfasser jenes Begleitschreibens wünschte mir abschliessend noch viel Freude bei der Ausübung meiner (in der Tat!) anspruchsvollen Tätigkeit. Schweizer Freude, also die mit Ziegengemecker, Bienenbrummen, Kuhglocken und glückseligem Lächeln? Oder doch eher die Geburtsortfreude mit Fluggebimmel, Hundebrummen und Berliner Gemecker? Da will sich dieser aktualisierte Führerschein wohl doch irgendwie nicht so recht festlegen. Warum auch immer.