1.4.2019

Ich war auf dem Weg, etwas Altglas zu entsorgen und so öffnete ich auch meinen Briefkasten, in welchem heute das Schreiben lag, auf welches ich bereits lange gewartet hatte. Es enthielt die Bestätigung, dass ich in das Schweizer Bürgerrecht aufgenommen worden war, datiert auf den 27.3. diesen Jahres. Somit konnte allenfalls die Zustellung dieses Briefes ein Aprilscherz sein, nicht aber der Sachverhalt. Ich legte das Schreiben zurück in den Kasten und ging das Altglas entsorgen, sowie ein paar kleinere Einkäufe tätigen. Wieder zuhause angekommen, nahm ich das Schreiben an mich und las es Zeile für Zeile durch. Ein langer Weg von knapp zwei Jahren Dauer hatte sein Ende gefunden und ich freute mich, an diesem etwas kühlen, aber herrlich frühlingshaften Morgen dieses Schreiben in den Händen halten zu dürfen. Ja, ich freute mich darüber!

Realistisch betrachtet wird dieser Sachverhalt wenig bis nichts daran ändern, dass ich auch weiterhin meine ganz spezifischen Erfahrungen sammeln werde, wenn es um meine Herkunft geht. Aber jetzt ist das eingetroffen, was eine gewisse Person aus meiner Vergangenheit mal recht sarkastisch, aber durchaus bedingt zutreffend mit den Worten beschrieb: „Jetzt können sie Dich nicht mehr so leicht rauswerfen.“ Gut, das wäre vorab schon nicht so ohne Weiteres und schon gar nicht von Heute auf Morgen möglich gewesen, aber es hat durchaus einen „beruhigenden“ Aspekt, jetzt auch etwas mehr Sicherheit zu haben. Es werden noch einige Amtsgänge nötig sein, um auch in den Besitz entsprechender Dokumente zu kommen (und ich bin mir absolut sicher, dass das wieder einmal nicht ganz normal verlaufen wird, das ist einfach mein Karma bei solchen Dingen), aber ich bin jetzt Doppelbürger der Schweiz und Deutschlands. Wie auch immer das weiter verlaufen wird: Sie werden es hier zu lesen bekommen.